Cock a Leekie

30Mrz/100

24-STUNDEN-AMEISE, die zweite

Zwischen Hornisse und Feldwespe:

Eine ganze Reihe von Menschen, die mich so umgeben, sind momentan mit zweierlei Dingen beschäftigt: Frühjahrsmüdigkeit zum einen, die Erfindung eines Liebeslebens zum zweiten.

Es mag zunächst ein bisschen überraschend klingen, aber tatsächlich bedarf ein Liebesleben einer ganz speziellen Form des Erfindens, nämlich der Kunst, ein Gespräch zu führen, das es nicht gibt. Nehmen wir Frau E. Frau E. hat vor einigen Wochen in einer (halbwegs) fremden Stadt eine Bekanntschaft auf der Straße aufgetan. Nach einem rauschhaften Wochenende folgte die Ausnüchterung über Facebook-Dialoge und letztes Wochenende ein weiterer Rückfall. Die Katerstimmung ist jetzt groß. Und das Problem vor allem: Wie war gemeint, was er sagte? Was hat sie gemeint? Und was ist davon bei ihm angekommen? In den vielen Jahren, in denen Frau E. und ich nun schon unsere jeweiligen Liebesleben erfinden, haben wir die bittere Erfahrung gemacht, dass es auf diese Fragen keine Antworten gibt, und selbst wenn man sie zu greifen glaubt, die Fragen plötzlich verschwunden sind: „Die Worte zerfielen mir im Munde wie modrige Pilze.“

Wer eine halbwegs intakte romantische Zweierbeziehung führt, die sich über Regeln, Codes und andere sprachliche Arrangements strukturiert, mag es vergessen haben: Ein Liebesleben unterhält man nämlich zu einem imaginären Freund. Und daher die Müdigkeit im Frühling.

seltsames paar

du ach du wieder bekämpfen wir uns

auf daß wir es wieder vergessen

uns gehen die träume aus

und zukunft haben wir nie besessen

auch die vergangenheit lügt

deine so gut wie meine

und langsam wirst du mein gespenst

und ich das deine

Andreas Holschuh

28Jan/101

Beverly Sills

Ganz ähnlich Lev Sergejewitsch Termen (der Erfinder des Theremin) hat auch die amerikanische Sopranistin Beverly Sills - hier in einer wunderbaren Aufnahme zu sehen - einiges zur Entwicklung neuer Sportarten beigetragen: Querulantenyoga, in der Sparte historische Aufführungspraxis.